Scharlach – Behandlung & Vorbeugung

Schulmedizinische Behandlung

Bei einer Infektion mit Scharlach-Streptokokken ist immer die schulmedizinische Behandlung durch einen Haus- bzw. Kinderarzt ratsam.

Diagnose Scharlach durch Rachenabstrich
Der Arzt kann mithilfe eines Schnelltestes in Form eines Rachenabstriches, eine Diagnose direkt in der Praxis stellen. Sollte sich der Scharlach-Verdacht bestätigen, beginnt der Arzt in der Regel sofort mit einer entsprechenden Therapie.

Antibiotika-Einnahme über 8 bis 10 Tage
Normalerweise wird ein Antibiotikum mit dem Wirkstoff Penicillin verschrieben. Falls eine Unverträglichkeit besteht, können auch Alternativen wie Erythromycin, Roxithromycin oder Cephalosporin verordnet werden. Unabhängig von der Art des gewählten Antibiotikums erfolgt die Einnahme über einen Zeitraum von acht bis zehn Tagen. Eine Unterbrechung oder ein frühzeitiger Abbruch der Therapie bei Besserung des Wohlbefindens ist immer zu vermeiden, da es anderenfalls zu schwerwiegenden Folgeerkrankungen kommen kann.

Ansteckungsgefahr bis zwei Tage nach Antibiotika-Einnahme
Rein theoretisch dürften Kinder, die mit Antibiotika behandelt werden, innerhalb von drei Tagen wieder die Schule beziehungsweise die Kindertagesstätte besuchen. Denn die Ansteckungsgefahr verschwindet spätestens 48 Stunden nach erstmaliger Einnahme. Allerdings ist eine längere Schonfrist zum Wohle des Kindes anzuraten. Neben der klassischen Therapie mit Antibiotika verordnen viele Ärzte gleichzeitig Schmerz- und Fiebermittel wie Paracetamol oder Ibuprofen.

Naturheilkundliche Behandlung

Die Kapuzinerkresse kann als Heilpflanze bei Scharlach-Symptomen zum Einsatz kommen.
Die Kapuzinerkresse kann als Heilpflanze bei Scharlach-Symptomen zum Einsatz kommen.

Grundsätzlich besteht für Heilpraktiker absolutes Behandlungsverbot bei Scharlach. Dennoch möchten viele Eltern nicht auf die Alternative verzichten. Außerdem gibt es mittlerweile sehr viele Kinderärzte, die sich auf alternative Medizin spezialisiert haben und diese ergänzend anbieten.

Heilpflanze Kapuzinerkresse
Auch Heilpflanzen aus der Phytotherapie können Linderung schaffen. Hier wird vor allem die Tropaeolum maius – Kapuzinerkresse – empfohlen. Kapuzinerkresse ist dank ihrer Inhaltsstoffe und ihrer Wirkungsweise eine Alternative zu Antibiotika.

Sollte der Wunsch nach Alternativen vorhanden sein und eine Behandlung mit Antibiotika von vornherein ausgeschlossen werden, besteht die Möglichkeit, klassisch homöopathische Mittel anzuwenden. Je nach Ausprägung der Erkrankung werden Belladonna, Apis mellifica oder Phytolacca americana verordnet.

Mehr darüber erfahren Sie unter dem Punkt Homöopathische Mittel zur Behandlung der Scharlach-Symptome.

Behandlung durch Hausmittel ergänzen

Wer schon einmal an Scharlach erkrankt war, weiß, dass Antibiotika alleine oft nicht ausreichen, um die Beschwerden zu lindern. Sie sind gut, um eine Verbreitung der Streptokokken zu verhindern und die Erkrankung schnellstmöglich abklingen zu lassen. Halsschmerzen, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen bleiben dennoch für eine gewisse Zeit weiterhin bestehen. Eltern stellen sich zurecht die Frage, ob es auch zusätzliche Hausmittel gibt, mit denen Scharlach, oder zumindest die Symptome, eingegrenzt werden können.

Eis und kalte Getränke wirken wohltuend bei Schluckbeschwerden und Halsschmerzen.
Eis und kalte Getränke wirken wohltuend bei Schluckbeschwerden und Halsschmerzen.

Hausmittel gegen Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und typische Angina-Sytmptome:

  • mehrmals täglich einen halben Teelöffel Salz in einem großen Glas Wasser auflösen, damit gurgeln
  • mehrmals täglich mit Salbeitee gurgeln
  • eine Mischung aus 200 ml Wasser, drei Teelöffel Apfelessig und zwei Teelöffel Honig herstellen, auch hiermit mehrmals täglich gurgeln
  • ein sauberes, dünnes Tuch mit Quark bestreichen und über den vorderen Hals legen. Anschließend einen Schal darum wickeln. Alles zusammen für ca. 30 Minuten wirken lassen (anstelle des Quarks können auch ein bis zwei Zwiebeln oder Zitronen auf das Tuch gelegt werden)
  • Eis lecken kann helfen, die Schluckbeschwerden zu mildern

Hausmittel bei Fieber:

  • Wadenwickel anlegen, dabei unbedingt darauf achten, dass lauwarmes und nicht zu kaltes Wasser verwendet wird (Wadenwickel sind nur zu empfehlen, wenn die Waden heiß sind)
  • Lindenblütentee verspricht eine schweißtreibende, fiebersenkende und beruhigende Wirkung. Besonders für Kinder geeignet.
  • Himbeer- und Preiselbeersaft können ebenfalls helfen, das Fieber zu senken

Da es sich bei Fieber um eine körpereigene Abwehrreaktion handelt, sollte dieses erst ab einer Temperatur von 39 Grad gesenkt werden. Ab einer Temperatur von 40 Grad sollten neben Hausmitteln auch fiebersenkende Medikamente (Paracetamol-Zäpfchen, Ibuprofen-Saft) verabreicht werden. Grundsätzlich gilt, dass Erkrankte sich viel Ruhe und Schlaf gönnen sollten. Auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr muss ebenfalls geachtet werden.

Homöopathische Mittel zur Behandlung der Scharlach-Symptome

Homöopathische Mittel können ergänzend eingesetzt werden, um Scharlach-Symptome zu lindern.
Homöopathische Mittel können ergänzend eingesetzt werden, um Scharlach-Symptome zu lindern.

Im Grunde lassen sich die typischen Scharlach-Symptome auch mit homöopathischen Mitteln behandeln. Allerdings sollte vor allem bei Kindern darauf verzichtet werden.

Homöopathische Arzneien können den Zustand zu Beginn der Einnahme verschlechtern und erst im weiteren Verlauf zu einer Besserung beitragen. Erkrankte, die Scharlach vollständig über die Homöopathie behandeln möchten, sollten dies ausschließlich unter engmaschiger, ärztlicher Kontrolle durchführen.

Empfehlenswerte Präparate sind:

  • Belladonna: wird im Zusammenhang mit Scharlach vor allem bei extrem roten und stark angeschwollenen Mandeln verordnet
  • Apis mellifica: eine Gabe ist bei glasig glänzenden, ebenfalls sehr roten und angeschwollenen Mandeln zu empfehlen
  • Mercurius solubilis Hahnemanni: wird verabreicht, wenn die Mandeln stark vereitert und geruchs-intensiv sind
  • Lycopodium clavatum: hilft bei Schluckbeschwerden und einem stechenden Gefühl im Hals
  • Lachesis muta: schafft Linderung bei bläulich-rot gefärbten, angeschwollenen Mandeln, die stark ausgeprägte Schluckbeschwerden verursachen

Bei der Wahl homöopathischer Mittel sollten aber nicht nur die Leitsymptome Berücksichtigung finden. Jeder gute Homöopath wird auch auf die persönlichen Eigenschaften des Patienten eingehen. Eine gute Beratung ist daher nicht zu unterschätzen.

Längerer Genesungsprozess bei Nichtbehandlung

Unbehandelt dauert eine Scharlacherkrankung durchschnittlich drei Wochen an. Nach dieser Zeit beginnt sich die Haut des Erkrankten, an den Handtellern und Fußsohlen, zu schuppen. Eine normale Belastung des Kindes ist in der Regel erst nach vier Wochen möglich. Sportliche Aktivitäten sollten darüber hinaus frühestens sechs Wochen nach Beginn der Scharlacherkrankung wieder aufgenommen werden. Diese Langwierigkeit von Scharlach ist jedoch nur bei einer fehlenden oder ungenügenden Therapie zu erwarten.

Scharlach mit einer Impfung vorbeugen?

Bislang gibt es leider keine ausreichenden Möglichkeiten, um Scharlach vorzubeugen. Impfungen sind bis heute nicht bekannt. Obwohl Wissenschaftler schon seit Jahrzehnten an der Entwicklung eines Impfstoffes arbeiten, konnten bislang keine Erfolge verzeichnet werden. Grund dafür ist vor allem die Vielfältigkeit der auslösenden Streptokokken-Bakterien. Da es nicht nur eine Art gibt, ist es schwierig, eine allgemeingültige und wirkende Immunisierung zu schaffen.

Einzig die Kontaktvermeidung zu Erkrankten hilft in gewissem Maße, einer Erkrankung vorzubeugen. Falls Scharlach innerhalb der Familie auftritt, muss auf einen ausreichenden Abstand geachtet werden. Eltern sollten ihren Kindern keine Küsschen geben, um eine Ansteckung zu vermeiden. Zudem gilt es, nicht vom selben Löffel zu essen oder aus der gleichen Tasse zu trinken, denn Scharlach wird durch Tröpfchen- und Schmierinfektionen übertragen. Regelmäßiges Händewaschen und Desinfizieren sind daher ratsam.

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